Am Kirchplatz 2
07616 Bürgel
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Im Keramik Museum Bürgel, Thüringens einzigem Keramikmuseum, wird die Geschichte des Töpferhandwerks in Bürgel in übersichtlicher und anschaulicher Ausstellung präsentiert. Auch diverse Sonderausstellungen gehören zum attraktiven Museumsangebot in Bürgel. Jedes erdenkliche, im Haushalt des vorindustriellen Zeitalters tagtäglich benötigte Gefäß wurde aus Ton hergestellt und in einem Umkreis von mehr als hundert Kilometern verkauft. Das Keramikmuseum zeigt mit Kuchenformen, Futternäpfen, Krügen, Kannen, Schüsseln, Tellern, Tassen, Reibetöpfen, aber auch Apotheker-gefäßen und übergroßen Vorratsbehältnissen eine eindrucksvolle Auswahl. Mit dem Durchsetzen neuer Materialien für Haushalt und Küche, wie Porzellan, Steingut, Gußeisen, Aluminium u. a. kam es zu einem massiven Einbruch des Absatzmarktes und brachte nicht nur in Bürgel die Töpfer in Not. Mit Unterstützung der Landesregierung etablierte sich in Bürgel die Herstellung kunstgewerblicher Keramik: Ziergefäße, die zum Teils mittels Gipsformen hergestellt wurden. Die Neuorientierung unterstützen sollte die Gründung des Töpfermuseums. Es wurde 1880 als Mustersammlung angelegt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwarf Henry van de Velde für Bürgeler Werkstätten Gefäße im Jugendstil. Die Ergebnisse seines Bemühens um neue Formen und Farben, die zunächst ohne Wirkung auf die allgemeine keramische Produktion in Bürgel blieben, gehören zu den Glanzstücken des Museumsbestandes.